17. Juni 2012

BlogSt Du noch oder...

Gestern also. Endlich. Ein Leben als Erwachsene, ohne Spucktücher, Windeleimer, Dampfsterilisator oder Kinderwagenbremse. Dafür mit was und wo, Recht und Unrecht, Kaffee und Schokolade, Wraps und Salat, Photoshop und Visitenkarten, Kamera und Stativ, mit Ricarda, Susanne und Caro.

Der erste BlogSt-Workshop fand statt.
BlogSt ist eine Workshop- und Veranstaltungsreihe für Blogger. Ob Social Media, Recht, Schreiben, SEO, HTML, Fotografie oder Bildbearbeitung – es gibt viele spannende Themen rund ums Bloggen und unter BlogSt soll ein Netzwerk entstehen um Wissen zu teilen, zu diskutieren und Teil einer kreativen Gemeinschaft zu sein.
Und ich erzähl Euch jetzt mal, wie es wirklich war.

Es war in Köln. Es war gut. Es war lehrreich. Es war interessant. Es war kurzweilig. Es war warm. Es war vernetzt. Es war inspirierend. Es war lecker. Es war unterhaltsam. Es war wiederholenswert.

Angemeldet hatte ich mich gefühlte drei Sekunden nachdem ich von dem Termin in Köln erfahren hatte. In echt hatte ich dann doch erstmal das trinkende Kind abkoppeln, das Wochenbett verlassen und einen Stilltee trinken müssen, bevor ich es für möglich halten konnte, irgendwann doch wieder ein normales Leben zu führen. Für einen ganzen Tag. Aber ich hatte es geschafft, ich war angemeldet.

Je näher der Termin rückte, desto stressiger wurde es. Schließlich ist Wulfhild ein Fan von regelmäßigen Mahlzeiten und diese wollten vorgepumpt werden. Milchpumpe. Muttermilch. Na, alle Männer noch dabei? Pünktlich hatte ich dann aber doch alle Tagesmahlzeiten eingefroren, Visitenkarten gebastelt, Photoshop heruntergeladen, einen Kugelschreiber eingepackt und die Kamera aufgeladen. Um dann doch nur Handyfotos für Instagram zu machen. Und ich hatte dem geek in wenigen Worten erklärt, was für einen Tag mit Wulfhild allein zuhaus wichtig ist. Und eventuell wichtig sein könnte. Und für den Notfall noch ein bisschen was mehr gesagt. Zur Sicherheit auch alles aufgeschrieben. Hatte ich erwähnt, dass ich nervös war? Ich war zum ersten Mal seit 5 Monaten und 9 Tagen von Wulfhild getrennt. Sie ließ das völlig kalt.

Der Zuch kütt. Und mit ihm kommt Basmati. Cati Basmati. Vonne Kaiserstadt inne Domstadt. Und nein, Frau Basmati kommt nicht auf den letzten Drücker, sie ist die erste. Dafür gab es nix extra, aber ich konnte nochmal schnell zuhause checken, ob Wulfhild allein zu Haus auch gut funktionierte. Und siehe da: es funktionierte. Wulfhild und geek wohlauf. Und das ohne mich.

Ich stelle mich vor. Da es mehrere Catis gibt, immer und egal wohin ich komme, sag ich den Nachnamen gleich mit: Cati Basmati, hallo. Und 10 Sekunden später bin ich um 15 cm gewachsen und meine Mundwinkel brennen sich kurz vor den Ohren ein. Ricarda lacht mich an und sagt, dass mein Blogs einer der ersten war, die sie gelesen hat. Meiner. Mein Blog. Cati Basmatis Welt. Ich fall um. Hätte sie mir die Hand geschüttelt, würde ich die nie wieder waschen. So bleibt mir nur, ihre Worte auf meine Stirn zu tätowieren. Spiegelverkehrt, damit ich die auch im Spiegel lesen kann. Klar. Huch, sie hat mir natürlich die Hand geschüttelt, wie konnte ich das vergessen? Völlig umsonst tätowiert, na klasse.

Und dann so:


Gut, kann man nicht lesen, aber da steht: Willkommen zum BlogSt Workshoptag in Köln.

Ein kurzes Hallo und Willkommen und dann geht es auch schon los. Beim Kennenlern-Bingo gewinnt: Cati. Und schon kann ich den Tag als erfolgreich abhaken und mich entspannt zurücklehnen. Check.

Ricarda taucht mit uns ein in die Welt des Bloggens. Da erfrischenderweise Teilnehmer mit und auch ohne Blog da waren, mit privaten Blogs und beruflichen Blogs und mit Erfahrung und weniger Erfahrung sind die Diskussionen erfrischend bunt und die Blickwinkel zauberhaft vielseitig. So lob ich mir das. Ein noch größeres Lob gibt es aber für das Verpflegungspaket, denn Twittern, Fotos bei Instagram hochladen und Facebook im Auge behalten bei gleichzeitigem Aufsaugen der kreativen Energie ist ganz schön kräfteraubend.


Und ich ganz engagiert mit mitschreiben und so. Hach.


Die Pause vor dem nächsten Workshop ist nicht nur die Gelegenheit für die Koffeinjunkies, ihrer Sucht zu frönen, sie eignet sich auch hervorragend zur Erledigung meiner Mutterpflicht auf dem Herrenklo. Mutterpflicht, weil da ja über Tag Milch zu pumpen ist und Herrenklo, weil nur weibliche Teilnehmer da sind. Ergo ist auf dem Herrenklo Platz und man sitzt keinem im Wege. Schade allerdings, dass ich so lange beschäftigt bin, bis die Pause um ist. Ich hätte doch gerne mit der ein oder anderen ein Wort gewechselt.

Gut, dass es noch einen Kaffee gibt, denn es folgt ein Ausflug in das Thema Recht. Spannend und überraschend. Denn auch wenn das eher abschreckend klingt, kommt man nicht drumrum und sollte sich wenigstens mal ein bisschen damit beschäftigt haben. Und für die wenige Zeit, die hier den einzelnen Vorträgen zur Verfügung steht, sehr informativ. Danke, Ricarda. Das war mehr als 23qm Wissen.



Da der nächste Workshop um Social Media kreist und Twittern, Facebooken und Instagramen (Pinteresten gibt es hier nicht, weil ich noch nicht Pintereste) anstrengend ist, kommt die Mittagspause ganz gelegen. Außerdem knurrt mein Magen inzwischen so laut, dass ich Ricarda gar nicht mehr verstehe. Eventuell hab ich also was Wichtiges zum Thema Urheberrecht verpasst. Vor Gericht werde ich da sicherlich eine verständnisvollen Richter finden. Kurz vor der Mittagspause.


Die Mittagspause wird wieder eifrig für's Klönen genutzt, denn Workshops sind ja hervorragende Nährböden für Networking. Diesmal bin ich auch dabei, denn ich hab ja erst vor kurzem meine Mutterpflicht erfüllt. Gut, dass die Küche kalt geblieben ist, da drei bis sieben Teilnehmer ja erstmal dreißig bis siebzig Fotos vom Essen machen müssen. Ich muss fragen, ob es Wulfhild gut geht. Geht es.


Der Nachmittag ist der Teil, auf den ich mich am meisten gefreut habe. Zuerst gibt Caro von Sodapop Design einen kurzen Einblick in Photoshop, damit unsere Bilder demnächst ein bissken hübscher sein können. Germany's Next Top Foto, I'd say. Hatte ich mir für die Elternzeit nicht vorgenommen, die kostenlose Bildbearbeitungssoftware GIMP zumindest in Augenschein zu nehmen? Sind ja noch 7 Monate. Immerhin hab ich jetzt in 2 Stunden vergrößert und verkleinert, weichgezeichnet und Kanten geschaffen, ausgeschnitten und eingefügt, gefärbt und geordnet und "Blogst" falschgeschrieben. Huch.


Der zweite Teil des Nachmittages macht mich ganz huschig. Susanne von la-petite-cuisine ist nämlich nicht nur Fotografin, sondern auch Food-Bloggerin. Zwei Dinge die so gut zusammenpassen wie Martini und ich, Chips und Bier oder Grillfleisch und der geek. Und endlich gibt es mal nicht nur die Fotos, die zeigen welchen Unterschied verschiedene Blenden, ISO-Zahlen und Perspektiven machen können, sondern wir gucken uns das Ganze auch mal live an. Mit Stachelbeeren und Styropor. Faszinierend, ich glaub ich hab das jetzt verstanden. Auch hier wieder: die Kürze der Zeit optimal genutzt. Ich bin sehr beglückt und werde nach dem an mich reißen der Weltherrschaft entsprechende Belohnungen ausschütten. Trotzdem überlege ich, wie ich den Workshop Shoot the Food noch in den Jahreskalender schmuggeln und die Teilnahmegebühr heimlich von Wulfhilds Taschengeld abzwacken kann. Tagesordnungspunkt "Teilnehmer werben": Check, Susanne, hat funktioniert.


Dazwischen übrigens wieder ein Stelldichein auf dem Herrenklo mit der Milchpumpe. Networken kann man ja auch zuhause.

Viel zu schnell ist der Tag zu Ende. Mit einem Koffer voller Ideen, einem Tritt in den kreativen Hintern, guten Vorsätzen und einem ganz wohligen Gefühl im Bauch mache ich mich auf den Weg zurück zu Wulfhild und dem geek.


BlogSt: eine tolle Workshopreihe, welche ich sehr lohnend fand. Da ich an Stilldemenz leide, waren die kurzen Vorträge ideal: kurz bevor das Vergessen des ersten Satzes einsetzt ist der Vortrag rum und ich kann alles behalten. Da ich mich ja auch beim Bloggen nicht für eine Richtung entscheiden kann, profitiere ich von den verschiedenen Themen und nehme aus jedem Workshop was mit. Da ich gerne neue Leute kennenlerne und Kaffee trinke, komme ich auch in den Kaffeepausen mit den netten Menschen auf meine Kosten. Milchpumpend auf dem Herrenklo. Da ich die Blogs der drei Damen vom Grill fast schon von Anfang an verfolge, haben die Fotos jetzt auch Gesichter.

Und zu guter Letzt: das sind Menschen wie ich und ich. Nicht mehr und nicht weniger. Und mein kleiner Blog muss sich nicht verstecken.

Kommentare:

  1. Danke für diesen erheiternden Bericht. Vielleicht gehe ich auch mal hin, wenn es die Damen in den Süden verschlägt!
    Liebe Grüße, Mona

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  2. Das klingt ja rundum gelungen. Wie schön! Und dein herzerfrischendes Blog habe ich so auch gleich noch entdeckt. Das ist gut.

    Liebe Grüße
    I.

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  3. Liebe Cati, ich hab Dir doch die Hand geschüttelt :-)! Danke für Deinen sehr schönen bericht zu BLOGST! Wir bleiben in Kontakt und ich gucke hier auch weiterhin regelmäßig vorbei!!! Liebe Grüße Ricarda

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    1. Weiß ich doch, daher ja umsonst tätowiert ;-)
      Danke nochmal für den tollen Tag, das war ganz schön lehrreich, unterhaltsam und wiederholenswert!
      Lieben Gruß
      Cati

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  4. Hallo Cati,

    ein gelungener, lustiger und schöner Post. War ein ganz toller Tag.

    Liebs Grüßle
    Irena

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  5. Und mein kleiner Blog muss sich nicht verstecken. Mußte sich nie!!
    So - muß mal hier gesacht werden.

    s Faultier (aktuell hitzegeschädigt, deswegen so kommentarlos)

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  6. Hast mich "gluschtig" gemacht auf Blogst.
    Ob sowas wohl auch mal Richtung Zürich kommt? Könnte spannend sein, auch wenn die rechtlichen Grundlagen vllt leicht anders sind.

    Liebe deinen Schreibstil... falls du es mal in meine Nähe schaffst, muss ich dich live treffen :) *aufbucketlistnotier"

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