29. März 2015

Tiefschlag

Heute war ja dieses Dings mit der Zeitumstellung und ich stelle gerade fest, dass ich jetzt um halb elf, also eigentlich um halb zehn, genauso abgrundtief totmüde bin, wie sonst um halb zwölf, dem eigentlichen halb elf. Ich hatte immer vermutet, dass man über Tag einfach immer müder wird und ich einfach einen bodenlosen Defizitstart habe, aber dann müsste ich um halb elf, dem eigentlichen halb zehn, ja wacher sein als sonst um halb elf, weil das ja jetzt das neue halb zwölf ist.

Unschön, wenn man merkt, dass man so alt ist, wie man sich fühlt.

25. März 2015

MMM am 25. März 2015

Also eigentlich wollte ich mich heute in meinen kirschroten Valeska-Rock dem Pöbel zeigen. Aber da schon morgens um viertel vor sieben auf dem Weg zur Bahn so nassschwere Luft hängt, dass ich fluche, mich beim Abwägen von mehr Schirm auf der einen und praktischere Umhängetasche auf der anderen ganz klassisch für die falsche Seite entschieden zu haben, ist auf den Straßen gar nicht so viel Pöbel zu sehen. Bisschen Schwund ist immer und wenigstens Ihr werdet meinen Stolz verstehen, dass ich endlich mal wieder ein Kleidungsstück fertiggestellt habe. Im Übergangsnähzimmer, denn die Nähmaschine wandert bald ins Dachgeschoss, wo ich dann ein Reich für mich haben werde. Und eine Bar, aber das ist eine andere Geschichte.


Kirschroter Feincord, ohne Schnickes. Da reicht ein Meter, da reichen zwei Abende, da ist man glücklich über etwas Frische im Schrank. Auch, wenn das ebenfalls kirschrote Bündchen eigentlich enger sein müsste und beim nächsten Mal doch auch breiter werden wird. Aber auftrennen? Das mache ich dann demnächst mal. Bestimmt. Irgendwann.

Frühling, ich werde bereit sein. Du erkennst mich am Kirschblütenzweig in der Rocktasche.

Ich würde Euch gerne ein paar mehr Fotos zeigen, aber dieses hier entstand gar nicht heute morgen und Zeit und Muße für eine Foto-Lovestory habe ich heute sicher nicht mehr. Also müsst Ihr damit Vorlieb nehmen.

Und da ich jetzt hochmotiviert bin, endlich mal wieder mehr zu nähen, denke ich jetzt über einen Valeska aus Jersey nach. Eigentlich sollte Wulfhild ein gepunktetes Kleid bekommen, aber da ich ihr das noch nicht erzählt habe, lässt sich da noch was drehen. Oder ich gucke mal im MeMadeMittwoch-Blog, was die anderen so anhaben, vielleicht ergibt sich da noch die ein oder andere Sinneswandlung. Heute präsentiert dort übrigens Gastbloggerin Anne ein ganz zauberhaftes Kleid mit genau den Falten am Ausschnitt, die mein momentanes Nähprojekt auch haben wird. Zumindest bin ich zuversichtlich, was das angeht.

24. März 2015

Rein objektiv betrachtet

Es ist schon erstaunlich, wie der geek und ich rein objektiv und gänzlich unromantisch betrachtet mehrere Jahre nach einem Haus gesucht haben, das zu unseren Vorstellungen passt. Und über das wir jetzt abwechselnd schimpfen, weil es so gar nicht so ist, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber das ist ganz was anderes.

Der Garten. Erwähnte ich den Garten? Denn eigentlich haben wir ein Rosenbeet mit angrenzendem Wohnraum gekauft. Und Efeu. Mehrere tausend Kilometer Efeu. So viel, dass ich das Roden des Efeus stundenweise an gestresste Manager zum Stressabbau vermieten kann. Ich werde sehr reich werden.

Und während der Plan ist, das erste Jahr erstmal nur zu gucken, was wo wann blüht und dabei möglichst keine Arbeit macht - also keine Arbeit, die doof ist - recherchiere ich heimlich im Internet. Ich brauche nämlich ein Hochbeet, Sonnenpflanzen, Schattenpflanzen, ein Klettergerüst mit Rutsche, einen Katzenschreck, Gartenmöbel, Sonnensegel, Rankenpflanzen, ganz viel Blühendes und Kräuterbeetideen. Und Bücher, denn ich muss alles erstmal nachlesen. (Empfehlungen sind very welcome!) Ich bin ziemlich beschäftigt.

Hoffentlich lässt sich der Frühling noch ein bisschen Zeit. Nicht.

19. März 2015

Freundschaften pflegen

Momentan bringt Wulfhild gefühlt jeden Tag ein Kindergartenfreundschaftsbuch mit nach Hause. Sie freut sich sehr über "ihre Bücher", meine Freude ist weniger ekstatisch als vielmehr verhalten. Äußerst verhalten.
  1. Wer schreibt, der bleibt. Wulfhild kann nicht schreiben. Und ich wage mal zu behaupten, dass wenige Kindergartenkinder schreiben können. Es schreiben also die Eltern.
  2. Ich brauche plötzlich so viele ausgedruckte Fotos vom Kind. Hätte ich einen Fotodrucker zuhause, würde mich das wahrscheinlich weniger stressen, aber so muss ich a) Fotos vom Kind haben und b) diese ausdrucken lassen.
  3. Im aktuellen Buch kann Wulfhild auch was machen: in der Zeile "Ich bin 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Jahre alt" soll sie die korrekte Zahl ausmalen. Sie möchte gerne die 9 ausmalen. Diskutieren Sie das mal mit einer Dreijährigen.
  4. Es gibt immer mindestens Platz für 20 Kinder. Wäre das Kind in einer Gruppe mit 20 Kindern, würde ich mir wünschen, sie wäre in einer kleineren Gruppe. Ganz unabhängig vom Kindergartenfreundschaftsbuch.
  5. Übermorgen hat sie diese Freundschaften sowieso vergessen. Oder vielleicht schon morgen, wenn Tessa ihr wieder Sand über den Kopf geschmissen hat. Immerhin schimpft Luca für sie Tessa aus, da wäre das schon mal geregelt.
  6. Wulfhild findet im aktuellen Feuerwehrmannsamkindergartenfreundschaftsbuch die Doppelseite "Meine Kindergartengruppe" am schönsten und möchte sich darauf eintragen. Multiple Persönlichkeiten hin oder her.
  7. Es gibt in jedem Buch den Punkt "Lieblingsessen". Seit Wulfhild im Kindergarten ist, ist alles EK-EL-HAFT. Aber ich scheue mich davor, das dort einzutragen.
  8. Glaubte ich dem Kindelein, spielt sie sowieso jeden Tag mit keinem. Aber sie spielt ja auch nichts.
Und so weiter und so fort. Sie bekommt trotzdem eins zu Ostern geschenkt. Weil im Mai in den dritten Kindergarten gewechselt wird und das vielleicht nett wäre, wenn sie dann die Kinder dort auch mal in ihr Buch reinschreiben lassen könnte. Und ich die Telefonnummern der anderen Eltern abgreifen könnte.

15. März 2015

Nichts halbes und nichts ganzes

Hier liegen ein roter Cordstoff, ein dunkelblauer Schurwollestoff und ein fast fertiges Weihnachtskleid 2014. Ich denke, dass ich an Weihnachten 2015, 2016 und 2017 nicht nackig unter dem Baum sitzen werde, wenn ich mich ein bisschen ranhalte. Irgendwie hatte ich es mir produktiver vorgestellt, einen festen Platz für meine Nähmaschine zu haben. Aber gut, Startschwierigkeiten. Oder Faulheit. Oder zu wenig Zeit und Elan. Oder Faulheit. Stattdessen jammere ich gerne und finde innerlich keine Ruhe, so dass ich nur wie diese Batterienhäschen herumwibbel und unter dem Strich nichts getan bekomme. Auch nicht ausruhen oder Seele baumeln lassen. Wobei mir das sehr gut täte.

Stattdessen habe ich heute im Nieselregen Blümchen gepflanzt. In die Kübel am Weg zur Haustür. Der geek attestierte uns daraufhin eine gelungene Ankunft in der Spießigkeit, aber ich nenne es Zerstörungsverhinderung, da Wulfhild dabei war, das Wohnzimmer zu zerlegen mit all der Energie, die nicht zu kanalisieren war. Also raus. Praktisch, wenn man dann nur die Haustür aufmachen muss. Herr Gandalf fand es nicht so praktisch, da er im Kinderwagen liegen musste. Anstatt auf meinem Arm herumgetragen zu werden. Rabenmutter. Mit Blümchen.

Die Blümchen waren von LaMama gespendet worden, als ich am Donnerstag die Kindelein dort ablud. Wo Herr Gandalf anfing zu fremdeln. Was die Übernachtungsparty sicherlich sehr entspannt hat, aber zum Glück hüten sich die Großeltern tunlichst, zu jammern.

Und nun ist es schon wieder zu spät, um noch die Nähmaschine anzuwerfen. Dabei habe ich doch extra für den nahtverdeckten Reißverschluss des Weihnachtskleids 2014, now known as Weihnachtskleid 2015, ein Füßchen für die Nähmaschine gekauft. Im Prym Werksverkauf. Der übrigens schön aufgeräumt und hübsch im alten Fabrikgebäude untergebracht ist, aber keine wirklichen Schnäppchen vorweisen kann. Been there, done that. Weiter im Text.

Naja, ich könnte ihn ja mal aufstecken. Den Fuß...